Wir Gehen Weiter

Pressemitteilung

vom 29.10.2015

Dokumentarfilm über Putsch in Russland 1991 mit "Leipziger Ring" geehrt

Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution für ukrainischen Filmemacher Sergei Loznitsa

Der Dokumentarfilm „The Event“(Sobytie) über den Putsch in Russland im August 1991 ist am Donnerstag, 29. Oktober, mit dem „Leipziger Ring“ ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution wurde in der Leipziger Nikolaikirche an Sergei Loznitsa verliehen. Der ukrainische Filmemacher hat in Leipzig bereits mehrere Tauben gewonnen. In seinem 74 Minuten langen Film beschreibt Loznitsa mit Archivbildern das Ende einer Epoche. Der Leipziger Ring war die erste Auszeichnung, die im Rahmen von DOK Leipzig in diesem Jahr vergeben wurde. Die 18 weiteren Auszeichnungen, darunter die begehrten Goldenen Tauben, wurden bei der Preisverleihung am 31. Oktober im Schauspiel Leipzig übergeben.

Unmittelbar vor der Preisverleihung beteiligten sich zahlreiche Filmemacher an einem Spaziergang um den Ring, zu dem die neue Festivaldirektorin Leena Pasanen in Zusammenarbeit mit der Stiftung eingeladen hatte. An acht Stationen des Rundgangs auf den Spuren der Friedlichen Revolution erläuterten mehrere Bürgerrechtler vom Herbst 1989 die Bedeutung der Orte für die Umbrüche vor 26 Jahren.

Die Stiftung würdigt mit dem Preis einen künstlerischen Dokumentarfilm, der bürgerschaftliches Engagement für Demokratie und Menschenrechte beispielhaft aufzeigt oder der unter großem persönlichem Einsatz und Mut des Regisseurs gegen Widerstände und Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit entstanden ist. Die Jury begründete die Auszeichnung folgendermaßen: „Sergei Loznitsas Film zeichnet sich durch eine schlüssige, klare Dramaturgie aus. Alle Gestaltungsmittel werden bewusst und konsequent eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist der respektvolle Umgang mit dem dokumentarischen Material. Der Filmemacher vertraut der Kraft dieses Materials und manipuliert es nicht.“

In seiner Begrüßung hob der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Rainer Vor, u.a. hervor, dass die 2009 gegründete Stiftung die Werte der Friedlichen Revolution wachhalten und Menschen motivieren wolle, sich auch heute friedlich für Demokratie, Menschenwürde und Freiheit zu engagieren. Dies sei nach wie vor sehr aktuell. Der Preisträger erhielt neben dem Preisgeld auch die Statuette „Leipziger Ring“. Sie erinnert sowohl an die Großdemonstrationen auf dem Leipziger Altstadtring im Herbst 1989 als auch an die brennenden Kerzen, die die Demonstranten als Zeichen ihrer Gewaltlosigkeit in Händen hielten. Für den Preis waren neun Filme nominiert.

* * *

Die Pressemeldung als Download finden Sie hier.