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Pressemitteilung

vom 29.10.2014

Dokumentarfilm über Whistleblower Edward Snowden mit "Leipziger Ring" geehrt

Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution für US-amerikanische Filmemacherin Laura Poitras

Leipzig. Der Dokumentarfilm CITIZENFOUR über den NSA-Skandal und die Enthüllungen durch Edward Snowden ist am 29. Oktober mit dem Leipziger Ring ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution wurde in der Leipziger Nikolaikirche an die US-amerikanische Filmemacherin Laura Poitras verliehen. Der Leipziger Ring ist die erste Auszeichnung im derzeit laufenden Internationalen Leipziger Dokumentar- und Animationsfilmfestival. Die Stiftung würdigt mit dem Preis einen künstlerischen Dokumentarfilm, der bürgerschaftliches Engagement für Demokratie und Menschenrechte beispielhaft aufzeigt oder der unter großem persönlichem Einsatz und Mut des Regisseurs gegen Widerstände und Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit entstanden ist.

In ihrer Begründung verwies die Jury darauf, dass Snowden sein Leben und seine Freiheit aufs Spiel gesetzt hat, um die Welt auf Geheimdienstpraktiken aufmerksam zu machen, die kaum einer für möglich gehalten hat. Mit ihrem Film habe sich auch Laura Poitras um die Freiheit aller verdient gemacht.

CITIZENFOUR ist eine US-amerikanisch-deutsche Produktion von 2014, die bei der Eröffnung von DOK Leipzig seine Deutschlandpremiere gefeiert hat. In einer kurzen Videobotschaft würdigte Snowden die Rolle Leipzigs im Herbst 1989 und betonte: „Die Ereignisse in Leipzig erinnern uns daran, dass die Mauer und die DDR nicht durch Bomben, Waffen oder gewalttätigen Widerstand zu Fall gebracht wurden, sondern immer montags durch gewöhnliche Menschen auf den Straßen und Plätzen.“

In seiner Begrüßung verwies der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Rainer Vor, u.a. darauf, dass die vor fünf Jahren gegründete Stiftung die Werte der Friedlichen Revolution wachhalten und Menschen motivieren wolle, sich auch heute friedlich für diese Werte zu engagieren. Dies sei heute nötiger denn je. Dabei erinnerte er an die nach wie vor grassierende Ausländerfeindlichkeit im Land, aber auch an „Geheimdienste, die in ihrem Überwachungswahn jedes Maß verloren haben“.

Die Preisträgerin erhielt neben dem Preisgeld auch die Statuette „Leipziger Ring“. Sie erinnert sowohl an die Großdemonstrationen auf dem Leipziger Altstadtring im Herbst 1989 als auch an die brennenden Kerzen, die die Demonstranten als Zeichen ihrer Gewaltlosigkeit in Händen hielten. Für den Preis waren zwölf Filme nominiert. (29.10.2014)

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